Montag, 2. Januar 2017
Nur ein kleiner Tropfen
Mysteriöse Dinge passierten in unserem Heim. Mir ward Angst und Bange.

Neulich ließ sich die Wohnungstür nicht mehr richtig schließen, nur mit viel Gewalt. Irgendwie war sie verbogen, wir trauten uns nicht, die Tür zu verschließen. Der Schlüsseldienst war natürlich nicht erreichbar, denn es war Wochenende. Also sahen wir uns alles noch einmal genau an und fanden die Ursache des Übels. Ein kleines Steinchen lag im Türrahmen, kaum sichtbar, aber mit großer Wirkung.

Kurze Zeit später. Unser Briefkasten lies sich nicht mehr öffnen. Wir kamen nicht mit dem Schlüssel rein. Wieder Wochenende, wieder kein Schlüsseldienst. Mittags ging's dann wie von Zauberhand. Das Schloss war einfach zugefroren.

Jetzt am Wochenende wieder. Das Schloss zum Briefkasten hakt, auch das zur Wohnungstür. Kein Schlüsseldienst, mein Mann außer Gefecht. Ich gehe also in den Keller und hole das Fahrradöl. Ein kleiner, winziger Tropfen. Und alles funktioniert wieder wie geschmiert.

Wer hätte das gedacht?





Der Tag danach
Zugegeben, es ist schon schräg, am Neujahrsmorgen um acht Uhr morgens mit Putzen zu beginnen. Es wäre schon für einen ganz normalen Sonntag seltsam, doch genau das habe ich tatsächlich getan. Der geneigte Leser und die geneigte Leserin fragt sich jetzt sicherlich, warum macht die sowas? Ich kann das erklären.

Angefangen hat es eigentlich schon im Laufe der letzten Woche. Treue Leser meines Blogs wissen, dass ich arbeiten war. Mein Mann auch, nur mit dem Unterschied, dass er sich eigentlich hätte krank schreiben lassen müssen. Aber alle seine Kollegen waren im Urlaub oder selbst krank und er war somit der letzte Mohikaner. Außerdem hat er ein außergewöhnlich hohes Pflichtbewusstsein gepaart mit der Furcht, als Hypochonder abgestempelt zu werden. Und somit ging er mit tiefsten Brummbass und asthmaähnlichen Hustenanfällen auf Arbeit. Und weil es ja ein besonderes Wochenende war, musste er auch noch Silvester zwei Stunden rackern.

Jeder kann sich vorstellen, welche Kondition jemand mit einer Lungenentzündung, zumindest annähernd, kombiniert mit Schlafmangel hat. Nach seinen zwei Überstunden am Morgen waren wir dann auch noch einkaufen, dafür gönnten wir uns aber ein Mittagsschläfchen.

Glücklicherweise hatten wir fast nichts vor, nur ein Konzert am Nachmittag. Unser Sohn weilte bei meinen Eltern.
Die Frage war, ob mein Mann zum Konzert mitkommen kann. Wir hatten Karten für den Messias, für 25 Euro das Stück in der ersten Reihe. Leider war es viel zu kurzfristig, so dass mehrere Freunde, denen wir die Karten überlassen hätten, ablehnen mussten, da sie schon was anderes vor hatten. Ich nörgelte rum, dass ich keine Lust habe, allein zu gehen, obwohl ich das schon gemacht hätte, statt vielleicht zwei Karten verfallen zu lassen. Wir versuchten es aber anders und mein lieber Mann warf zwei Codein-Tabletten ein. Das war schon ein Risiko. Wenn er trotz der Dinger die ganze Zeit hustet, kommt das nicht gut an. Wenn die Dosis zu hoch war, hätte er abklappen können. Aber das Zeug hat erstaunlich gut gewirkt. Er musste nur ganz diskret hüsteln und ist trotz der zentral dämpfenden Wirkung nicht eingeschlafen.

Nur später, nach dem Essen, kam, was kommen musste. Gegen neun Uhr abends wurde er müde. Dabei war es gerade spannend, wir guckten das Phantom der Oper, die supertolle Aufzeichnung der legendären Aufführung zum 25. Jahrestag in der Royal Albert Hall. Wer das nicht kennt, das ist unbedingt empfehlenswert.


Auch der Abspann ist interessant. Es gibt dann noch eine Ansprache von Webber persönlich und anschließend sind alle verfügbaren Ex-Darsteller anwesend und Sarah Brightman singt mit fünf Phantomen ein Medley.

Wir haben aber nur bis "Wishing you where somewhere here again" durchgehalten. Halb elf fiel der Hammer. Immerhin hat mein Liebster im Gegensatz zu mir tief und fest geschlafen, das erste Mal seit einiger Zeit. Ich habe es ihm gegönnt. Ich wachte aber kurz nach Mitternacht wegen der Knallerei und dann immer wieder auf.

Am Neujahrsmorgen kuschelten wir. Ich mag es, in Löffelstellung mit meinem Mann am frühen Morgen noch zu kuscheln. Diesmal war er noch sehr schläfrig. Ich liebe es auch, wenn ich seine ruhigen, gleichmäßigen Atemzüge höre, ja selbst das Schnarchen mag ich. Ich weiß, dass auch er sich dann wohl fühlt. Doch bei einer Erkältung ist das Schnarchen noch ein paar Dezibel lauter und in diesem Fall gab es sowas wie eine Explosion in meinem Ohr. Ich bin aufgestanden.

Noch vor dem Frühstück, dass nach der Schlemmerei der letzten Tage und auch der bevorstehenden Schlemmerei des Neujahrstages bei meinen Eltern eher ein Frühstückchen war, bin ich raus. Erst habe ich den Müll und die leeren Flaschen weg gebracht. Naja, es war eine Flasche Sekt, die wir getrunken hatten. Ich, denn er hat nur an seinem Glas genippt, aber es ist ihm nicht bekommen. Da ich schalen Sekt überhaupt nicht mag, habe ich eben den "Rest" getrunken.

Draußen war, wie auch schon Silvester, wunderbares Wetter und es war kalt. Ich fand es sehr angenehm, durch die stillen Straßen zu gehen. Bei der Gelegenheit habe ich gleich noch den Vögeln in unserem nahe gelegenen Park ein bisschen Futter hin getan und bin dann über den Markt zu unserem Parkhaus gelaufen, um das Auto zu holen. Auf dem Markt konnte ich kaum treten, so übersät war der mit Feuerwerksresten der Nacht.


Die fleißigen Heinzelmännchen von der Müllabfuhr hatten eine ordentliche Aufgabe zu bewältigen, aber noch nicht vor sieben Uhr. Zu der Zeit waren nur Polizeistreifenwagen und häusliche Krankenpflege auf den Beinen. Und ich.

Und da es nur ein normales Wochenende, zumindest von der Zeitdauer, war, kam es, dass ich dann auch noch die Wohnung putzte, bevor wir zu meinen Eltern sind, um unser Kind zu holen.

Der hat, im Gegensatz zu uns, bis nach Mitternacht durchgehalten, hing aber ganz schön ab, genau wie die Katze.


Den Rest vom Phantom haben wir dann übrigens gestern Abend gesehen.